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Ausstellung
Samstag, 23.10.21, 10:00 Uhr

Augustin Rebetez

Mit grosser Mehrheit hat die Jury das Werk «Liquid Panic» von Augustin Rebetez als Gewinner des diesjährigen Preises bestimmt. In der Begründung der Jury wird hervorgehoben: «Das Werk trifft den ‹Sehnerv› unserer Zeit. Es besticht mit seiner anarchischen Lust am völlig überzogen inszenierten Aktionismus und dessen professioneller Darbietung in atemberaubender Schnittfolge. «Liquid Panic» führt vor Augen, wie sehr im Jahr 2020 Party, Enthemmung, Freiheit und Angstlust auf der Strecke geblieben sind. Das Kunstwerk wird ausgezeichnet, weil es künstlerische Freiheit behauptet, die subversive Aneignung der Zuschaueremotionen betreibt und die Sehgewohnheiten unseres Blicks provoziert und befreit.» In sechs Minuten wird eine Lawine an lustvollen, spielerischen, experimentellen und gefährlichen Performances losgetreten, die beim Zuschauen in Staunen versetzen. Vier Akteure starten vor laufender Kamera an einem verschneiten und trüben Wintertag in der Schweiz einen Prozess der energischen, gewalttätigen und chaotischen, aber in jedem Fall kreativen Zerstörung. Für die filmisch dokumentierte Materialschlacht werden alle Nutzgegenstände und Objekte des bürgerlichen Wohnhauses benutzt, verwandelt, zerdeppert oder verschüttet. Das Leitmotiv der Kettenreaktion sind allerhand Flüssigkeiten, von Schnee und Eis, Wasser und Bier über Tomatensauce bis hin zu undefinierbaren Chemikalien. Das Team zelebriert seinen Aggressionstrieb in Form einer eigendynamischen Serie von riskanten Experimenten mit dem Güterbestand eines Haushaltes. Sinn und Unsinn, Verbot oder Vernunft spielen keine Rolle. Die Kunst zeigt sich in völliger Enthemmtheit und befreit von gesellschaftlichen, akademischen, geschmacklichen Zwängen. Selbst das Putzen und Aufräumen mündet in totaler Verschmutzung. Auguste Rebetez (*1986) lebt und arbeitet in Mervelier in der Nähe von Delémont im Schweizer Jura. Er ist spartenübergreifend tätig in den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation, Video, Musik und Theater. Sein vielschichtiges Werk findet international grosse Resonanz, u.a. an der Sydney Biennale, Rencontres d'Arles, Musée de l'Elysée Lausanne, Kunstmuseum Bern, Daegu Photo Biennale, MBAL, Tinguely Museum Basel oder Shenzhen Independent Animation Biennale. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter den Vevey International Photography Prize, den Swiss Art Award oder den Preis Fondation Latour. *** Eröffnung*: Donnerstag, 7. Oktober 2021, 18-20 Uhr, Showroom im PROGR Eröffnung*: Freitag, 8. Oktober 2021, ab 20 Uhr im Videofenster Houdini Kino/Bar in Zürich Ausstellung bis 13. November 2021 *Der Künstler ist an den Eröffnungen anwesend.

Veranstaltungsort

Bibliothek Bümpliz
Bernstrasse 77
3018 Bern