Von der Slammerin zur Poetenmuse
Von Reto Bühler. Aktualisiert am 07.01.2010
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Wer hat die bessere Nase: Ben «Das Parfüm» Whishaw oder Abbie «A Good Year» Cornish?
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Trailer
«I’m just a cunt. Your cock has all the words. You pump them into me, till I can’t stand up.» Dies sind die ersten Zeilen, die Abbie Cornish als pubertierende Slampoetin in ihrem Debüt «The Monkey Mask» (2000) von sich gibt, und es erstaunt kaum, dass sie bald nur noch als Leiche eine Rolle spielt.
Unzimperliche Anpackerin
Zehn Jahre später kehrt die Australierin zur Lyrik zurück. In «Bright Star» stammen die Gedichte aus der Feder des britischen Romantikers John Keats, die Regisseurin heisst Jane Campion, und Cornish spielt die Hauptrolle. Ihre blonden Locken sind dunkelbraun und hochgesteckt. Wäre da nicht diese Nase, man würde sie nicht wiedererkennen in der keusch schmachtenden Dichtermuse, waren doch ihre Figuren bisher eher durch einen pragmatischen Umgang mit dem anderen Geschlecht geprägt: In «Candy» (2006) verkauft sie als Junkie-Braut an der Seite von Heath Ledger ihren Körper für ein paar Krümel Heroin, in «Stop-Loss» (2008) lässt sie sich als texanische Soldatenbraut verprügeln, und in «A Good Year» (2006) stampft sie als kalifornische Tramperin auf Russel Crowes’ Chateau Trauben – und Männerherzen weich.
Cornish wuchs auf einer Farm im australischen Niemandsland auf. Mit 12 fährt sie Auto, mit 13 isst sie kein Fleisch mehr, mit 15 hat sie ihren ersten TV-Auftritt, und wie sie 16 ist, trennen sich ihre Eltern. Dass sich hinter der Fassade der unzimperlichen Anpackerin auch Abgründe auftun, beweist Cornish erstmals in «Somersault» (2004), einer ihrer stärksten Rollen: Als sie dem Freund ihrer Mutter zu nahe kommt, flüchtet sie in einen gottverlassenen australischen Skiort und wirft sich dem erstbesten Brutalo an den Hals.
Während also die romantische Seele in «Bright Star» an gesellschaftlich auferlegter Enthaltsamkeit verglüht, rührt das Verderben in ihren früheren Rollen eher von zu vielen Hormonen her. In beiden Fällen aber verleiht ein ständiges Oszillieren zwischen totaler Hingabe und radikaler Selbstbestimmung ihren Figuren eine irritierende Intensität. In der Heimat wird «Australia’s sexiest vegetarian» deswegen schon lange als die nächste Nicole Kidman gehandelt. Mit dem Unterschied, dass sich hinter der kühlen Fassade wohl tatsächlich ein menschlicher Kern verbirgt.
Bright Star
| Regie: | Jane Campion |
| Produktion: | Australia, France, UK 2009; 120 min. |
| Genre: | Drama, Romance |
| Erstaufführung: | 07.01.2010 |
| Darsteller: | Ben Whishaw, Abbie Cornish, Kerry Fox, Paul Schneider, Edie Martin |
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5 KOMMENTARE
Chuchi Chaeschtli
Ohne die wunderschönen Kleider der Hauptdarstellerin gäbe es keinen Lichtblick - g ä h n!
Simon Stammers
Absolut nicht empfehlenswert.Die Szenerien wirken merkbar gestellt, nicht authentisch. Die schauspielerischen Leistungen erinnern an frühe Proben eines Schultheaters, in denen die Schauspieler nach jedem ungewohnten Satz verunsichert lächeln. Gleich zu Beginn sieht man Abbie Cornish sehr ungeübt nähen,obwohl es die Profession ihrer Figur ist. Die Handlung verläuft schleppend und ist wenig spa


