Kuschelignuschelige Kinoromanze
Von Stefan Volk. Aktualisiert am 01.12.2009
1/9
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Trailer
Der Titel der Fortsetzung ist genauso schön absurd wie der von Teil eins, bloss überrascht das niemanden mehr. Auch das lässige «Boss»-Outfit steht dem hübschen «Lindenstrassen»-Zögling wie eh und je, nur die genuschelten Gags sitzen nicht mehr ganz so perfekt.
Dass es sich bei «Zweiohrküken» trotz des lustigen Titels und obwohl mittlerweile beide Hauptfiguren in einem Kinderhort arbeiten um keinen Kinderfilm handelt, unterstreicht gleich die erste Einstellung. In einer feuchten Traumfantasie lässt der ehemaligen Boulevardreporter Ludo (Til Schweiger) seiner flachbrüstigen Freundin Anna (Nora Tschirner) einen Angelina-Jolie-Vorbau wachsen. Nach einem derart plump-barbusigen Einstieg kann es eigentlich nur besser werden. Und das wird es auch.
Muntere Genderklischees
Nachdem Lebemann Ludo und die brave Kindergärtnerin Anna am Ende von «Keinohrhasen» glücklich zusammengefunden haben, kehrt in «Zweiohrküken» der Beziehungsalltag ein: Ludo bringt die leeren Flaschen nicht weg, und Anna kann sich nicht entscheiden, was für Schuhe sie anziehen mag. Beide rollen genervt mit den Augen, am Ende streiten sie sich. So läuft das zwischen Mann und Frau, wenn der Rausch des Frischverliebt-seins erstmal verflogen ist. Bei einem ungleichen Paar wie Ludo und Anna stellt sich dann unweigerlich die Frage. Passen die überhaupt zusammen? Nein, eigentlich nicht, aber umso besser, lautet die Antwort, die Schweigers Film darauf liefert. Das Schöne an dieser «romantic comedy», die sich vor den Genrevorbildern aus Hollywood nicht zu verstecken braucht, ist, dass sie die Gegensätze nicht glattzubügeln versucht. Anna darf noch immer Brille und Strickweste tragen und muss sich nicht erst zur Prinzessin mausern, um von Ludo geliebt zu werden. Vor diese befreiende Erkenntnis hat Drehbuchautor (gemeinsam mit Anika Decker) und Regisseur Til Schweiger jedoch erst einmal die Eifersucht gestellt. Ludo läuft in einer Disco seiner ehemaligen Geliebten Marie (Edita Malovcic) in die Arme, einer vollbusigen Partyschönheit, die es sofort wieder auf ihn abgesehen hat. Kurz darauf kocht Annas Exfreund Ralf (Ken Duken) Couscous in der schicken Loftküche, während Anna im Geiste schon das Sofa herrichtet und dem völlig konsternierten Ludo mitteilt, dass der engagierte Entwicklungshelfer ein paar Tage bei ihnen wohnen wird, bevor er zurück nach Afrika fliegt.
Da prallen Welten aufeinander, und nicht nur im Publikum überlegt man sich, ob Macho Ludo und das Luder beziehungsweise die sensible Anna und der Softie nicht viel besser harmonieren würden.
Nicht ganz preiswürdig
Der Boden für allerhand komische Konflikte und gelungene, liebenswerte Kinounterhaltung ist damit bereitet. Eine «Lola» sollte Schweiger, der letztes Jahr kurzfristig aus der Filmakademie austrat, weil «Keinohrhasen» für den deutschen Filmpreis nicht nominiert worden war, dafür aber nun wirklich nicht erwarten.
Zweiohrküken
| Regie: | Til Schweiger |
| Produktion: | Germany 2009; 124 min. |
| Genre: | Comedy, Romance |
| Erstaufführung: | 03.12.2009 |
| Darsteller: | Til Schweiger, Thomas Kretschmann, Matthias Schweighöfer, Nora Tschirner, Ken Duken |
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13 KOMMENTARE
Daria Stöcker
Der ganze Film über kann man lachen und es macht echt Spass all den Persönlichkeiten und deren Patzern zu zuschauen. Das Thema ist zwar nicht mehr so spannend wie im ersten Teil, weil absehbar ist was als nächstes passiert, dennoch kommt der Film bezüglich Humor an "Keinohrhase" definitiv heran. Vielleicht amüsiert man sich sogar noch mehr?!
Carmen Luthiger
...kann leider nicht mit seinem Vorgänger mithalten. Trotzdem sehenswert wegen der Schauspieler!
aen varga
ist wirklich lustig, aber das ende konstruiert, im sinne von "oh, der film wird zulange, jetzt müssen wir endlich dieses ende hinkriegen" - was inhaltlich ja ok ist. aber was mir definitiv fehlt: mal abgesehen von der einen kurzen szene mit dem zweiohrküken: mindestens sonstwo müsste das doch mal noch eingeflochten sein?
Ivonne Hermann
Super, so macht Kino Spass! Eigenständige unterhaltsame Liebes-Story, die im Vergleich zum „Keinohrhasen“ mindestens genau so jung und spritzig ist. Wir freuen uns auf weitere Filme von Til Schweiger.
kurt fischer
leider nicht ganz so gut wie einohrhasen, aber doch ganz sehenswert. die tschirner ist top, der schweiger flop. mal sehen wie dreiohrlämmer wird...;-)
Chris Kobi
von Anfang an bis Schluss ein sehr unterhaltsamer Film. Das Thema ist nichts Hochstehendes und dadurch ein Film um sich berieseln zu lasen...
Thérèse Haefele
Klasse! Danke Til Schweiger, für die herrlichen Dialoge zwischen Mann und Frau. Vom Anfang bis zum Ende ein herrlicher Film.
Thomas Woodtli
Fand den Vorgänger wirklich gut, Zweiohrküken ist aber um Längen schlechter... vorhersehbare Gags & Geschichte!... Schade!
Reinhard Gysel
Es hat lustige Szenen aber allgemein ist er nicht sehr spannend Durchschnitt
Stephanie Fischler
Ich finds eine wunderschöne tolle Liebesstory. Ich find den Film total anders, als Keinohrhase, das es im zweiten Teil vorallem um Ludo und Anna geht. Die Geschichte und die Vorkommnisse find ich aus dem Leben gegriffen und nicht zu sehr gekünstelt, wie das teilweise in Filmen der Fall ist. Vom Anfang bis zum Ende sehenswert!


