Achtung, grosse Gefühle!
Von Thomas Bodmer. Aktualisiert am 04.02.2010
1/5
Noch weiss die Kambodschanerin nicht, ob sie sich auf diesen Deutschen auch wirklich verlassen kann.
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Wo & Wann
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| Cinété Openair-Kino, Burgdorf | 21:30 |
Trailer
Der neue Film von Detlev Buck («Knallhart») beruht auf einer wahren Geschichte: Mit 24 Jahren lernte der Deutsche Benjamin Prüfer in einer Diskothek in Phnom Penh die Kambodschanerin Sreykeo kennen, die dort als Prostituierte arbeitete. Er verliebte sich in sie, dann wurde sie als HIV-positiv diagnostiziert, Prüfer hielt zu ihr, besorgte ihr Medikamente, heiratete sie und schrieb darüber das Buch «Wohin du auch gehst».
Mit plumpen Mitteln erzählt
Seit der Filmhochschule habe er einen Film machen wollen, «der nicht nur, wie so oft, ein bisschen Liebe beinhaltet, sondern nichts ausser Liebe thematisiert», schreibt Detlev Buck in seinem «Director’s Statement», und diesen Film habe er jetzt mit «Same Same but Different» gedreht. Nun ist die Geschichte von Ben und Sreykeo nicht nur wahr, sondern auch bewegend. Doch statt darauf zu vertrauen, fährt Buck die plumpsten Mittel auf, um Stimmung zu machen: Gleich beim ersten Mal, wenn wir Sreykeo sehen, geht sie in Zeitlupe durch die Strassen von Phnom Penh. Und immer wieder dröhnt der Soundtrack aufdringlich laut, und zwar nicht nur bei Rammstein, sondern auch bei klebrigen Liebesmelodien, die verdächtig an die Musik von «In the Mood for Love» erinnern.
Das ist schade, denn immer wieder gibt es interessante Ansätze. Ben will Sreykeo wirklich helfen, merkt aber schnell, dass andere ihn ausnutzen wollen: Nicht nur muss er der Mutter seiner Freundin immer wieder Geld zustecken, es wird auch erwartet, dass er für ihre Familie ein Haus baut. Und kaum hat er in Thailand für Sreykeo gute Medikamente besorgt, taucht schon das nächste aidsinfizierte «bad girl» auf, das ebenfalls Hilfe bräuchte. Aber statt sich auf solche Konflikte einzulassen, lädt Buck lieber lautes Herzklopfen auf die Tonspur, damit wir wissen: Achtung, grosse Gefühle!
Apinya Sakuljaroensuk, die Darstellerin von Sreykeo, ist nicht nur schön, sondern in ihrer Ernsthaftigkeit auch sehr anrührend; und dass David Kross, der Darsteller von Ben, spielen kann, hat er in «Krabat» und «The Reader» gezeigt. So aber ist «Same Same but Different» ein Film geworden, der ganz viel antippt, aber nichts vertieft, gut gemeint ist, aber halt nicht gut.
Same Same But Different
| Regie: | Detlev Buck |
| Produktion: | Germany 2009; 107 min. |
| Genre: | Drama |
| Erstaufführung: | 04.02.2010 |
| Darsteller: | David Kross, Apinya Sakuljaroensuk, Jens Harzer, Stefan Konarske, Houn Pilot |
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4 KOMMENTARE
Yvonne und Marco Schmid-Rohr
Schöner Film mit sehr viel Gefühl. Leider werden aber interessante Facetten nur oberflächlich behandelt.
Jessica Tang
Ein eindrücklicher Film, der in der kurzen Zeit sehr schwere Themen anschneidet, und eine schöne Liebesgeschichte erzählt.


