Ganz schön märchenhaft
Aktualisiert am 28.09.2011
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Aki Kaurismäki, geboren 1957 in Finnland und wohnhaft in Portugal, ist der lakonischste Tragikomiker des zeitgenössischen Autorenkinos: Maulfaule Helden, ausgesuchte Tristesse und eine reduzierte Inszenierung in den Lieblingsfarben Blau, Rot und Gelb machen jeden seiner Filme unverwechselbar.
In «Le Havre» erzählt der finnische Regisseur von einem französischen Schuhputzer (André Wilms), der vom Schicksal doppelt geprüft wird: Seine Frau (Kati Outinen) erkrankt schwer, ihr Tod scheint eine Frage der Zeit. Dazu bedarf ein Flüchtling (Blondin Miguel), versehentlich in Le Havre gestrandet, seiner Hilfe.
Viele Gutmenschen
Lose anknüpfend an «La vie de Bohème» (1991) nutzt Kaurismäki das aktuelle Thema Immigration, um in Old-Fashion-Manier ein modernes Märchen zu erzählen. Das sieht aus, als hätten sich Charlie Chaplin und Jacques Tati zum entspannten Fachsimpeln getroffen. Zwar werden die Grenzen der Wahrscheinlichkeit in «Le Havre» fortlaufend überschritten, die für Kaurismäki typische Melancholie ist nur noch in Spuren vorhanden.
Doch selten war es vergnüglicher, so vielen Gutmenschen aufs Mal zuzuschauen. Unverfälschte Poesie – das ist die grosse Kunst, die Kaurismäki wie kein Zweiter beherrscht.zas
Le Havre
| Regie: | Aki Kaurismäki |
| Produktion: | Finland, France, Germany 2011; 103 min. |
| Genre: | Comedy, Drama |
| Erstaufführung: | 29.09.2011 |
| Darsteller: | André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin, Blondin Miguel, Elina Salo |
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2 KOMMENTARE
Ein wunderbarer Film in dem man sich wohlfühlt und sich fragt: Warum könnte es nicht in Wirklichkeit so sein? Herliche Schauspielerm in grossartigen Porträts.


