Erinnerung an Stars der Weltmusik
Aktualisiert am 20.03.2012
Das neue Werk des erfahrenen Musikfilmers Stefan Schwietert («Heimatklänge») erinnert mit stimmungsvollen Bildern an etwas in Vergessenheit geratene Stars der Weltmusik: Marcel Cellier, der am Genfersee lebt, verkaufte in den Siebziger- und Achtzigerjahren Millionen Platten und machte den Westen mit den Klängen Osteuropas bekannt. 1990 erhielt er in den USA einen Grammy Award.
Schon als junger Mann, «in der Phase des härtesten Stalinismus», wie er sagt, unternahm Cellier Reisen nach Rumänien, Bulgarien oder Albanien. Seine Frau begleitete ihn auf den Touren: Während er Tonbandaufnahmen machte, filmte Catherine Cellier Landschaft und Menschen.
Erstaunliches Archivmaterial
Regisseur Schwietert durfte sich ausgiebig im Privatarchiv des Ehepaars bedienen und schnitt die alten Bilder zwischen neue. Zu sehen ist in langen Interview-Passagen auch der rumänische Panflöten-Spieler Gheorghe Zamfir, den Cellier im Westen einem breiten Publikum präsentierte. Doch der Musikproduzent entdeckte auch Musik, die im Westen noch grösseren Anklang finden sollte: volkstümliche bulgarische Gesänge. In zahlreichen Plattensammlungen dürften sich bis heute Werke aus der Reihe «Le Mystère des Voix Bulgares» finden.
Schwietert besucht die bulgarischen Sängerinnen ebenso wie Volksmusiker im Hinterland Rumäniens. Neben aktuellen Szenen mit Musik und Gesängen enthält der Film erstaunliches Archivmaterial aus der kommunistischen Vergangenheit der Balkanländer. Der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew etwa ist bei einem Tänzchen mit Rumäniens Diktator Nicolae Ceausescu zu sehen.
Der letzte Teil des Films ist dem Balkan-Rock gewidmet. Im Westen wird etwa die die rumänisch-moldawische Formation Mahala Rai Banda gefeiert. Am 23.März gibt die Band im Berner Dachstock ihr einziges Schweizer Konzert der aktuellen Tournee.
Balkan Melodie
| Regie: | Stefan Schwietert |
| Produktion: | 2012; 91 min. |
| Genre: | Documentary |
| Erstaufführung: | 08.03.2012 |


