Robin Hood räubert auf dem Gurten

Von Sonja L. Bauer. Aktualisiert am 05.04.2013

Mit «Robin Hood» bringt die Oberländer Märlibühni ihre 16.Inszenierung auf die Bühne. Das Stück über Mut, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe wird als Familientheater auf dem Gurten gezeigt.

Die Waldgeister Flopp und Flupp (Christa Zingg und Regula Wyss) leben mit Robin Hood (Stefan Dubach) im Sherwood Forest.

Die Waldgeister Flopp und Flupp (Christa Zingg und Regula Wyss) leben mit Robin Hood (Stefan Dubach) im Sherwood Forest.
Bild: Beat Mathys


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Der Gurten muss verzaubert sein: überall Lämpchen, bereits auf dem Weg auf den Berg. Oben auf der Wiese steht ein grosses rot-blaues Zelt. Im Innern findet sich nicht etwa eine Manege – nein, vielmehr stehen da Bäume und eine Burg. Die Oberländer Märlibühni verwandelt ab heute Abend den Berner Hausberg in den Sherwood Forest und unsere Zeit für zwei Stunden in die Welt Robin Hoods.

Ergriffene Kinder

Das Volk leidet unter dem groben Sheriff von Nottingham und seinem Gebieter, Prinz John – authentisch interpretiert von Daniel Niedermann –, dem Bruder des abwesenden Königs Richard. Dass es eine ärmliche und traurige Welt ist, in der Robin Hood (Stefan Dubach) als einfacher Mensch lebt, zeigt sich nicht nur in der feinsinnigen Inszenierung von Annemarie Stähli, sondern auch in den Gesichtern der Kinder, welche am vergangenen Mittwoch die Vorpremiere besuchten. Viele der kleinen Zuschauer – das Theater ist für Kinder ab sechs Jahren gedacht – sind sichtlich ergriffen, als der kleine Robin seine Mutter verliert.

Doch sie finden bald zum Lachen zurück. Zum Beispiel, wenn die zwei Waldgeister Flopp und Flupp mit Clownerie und Kapriolen in die Fantasiewelt der Kindheit zurückführen. Oder wenn der ausdrucksstarke Jimy alias Martin Sarbach als grosser Sympathieträger den kleinen Helden mimt. Die Regisseurin betont, sie habe bewusst Ängste, Versagen, Freundschaft, Liebe und gar Verlust in die Handlung eingebracht. «Dies sind Themen, die Kinder und Erwachsene bewegen.» Wichtig also, dass selbst Held Robin eingesteht: «Ja, auch ich habe manchmal Angst.»

Schreck vor Spielbeginn

Drei Stunden vor der Vorpremiere ein Schreck: Hauptdarstellerin Sandra Kummer fällt wegen Krankheit aus. Kurzerhand übernimmt Franziska Beutler, welche im Stück Robins Mutter spielt, die Rolle der Prinzessin Marian. Eine grosse Herausforderung für sie und das 40-köpfige Laiendarstellerteam. Doch Beutler meistert die Mutprobe mit Bravour.

«Wer aufgibt, ist besiegt», sagt Robin Hood. Dies müssen sich auch Annemarie Stähli, Stückbearbeiterin Renate Rubin und das ganze Team gesagt haben, als sie sich vor Spielbeginn spontan entschieden, es trotzdem zu versuchen.

Stähli: «Wir konnten die Zuschauer ja nicht einfach nach Hause schicken. Sie wären enttäuscht gewesen.» Diese Entscheidung spricht von grossem Vertrauen der Regisseurin in ihre Darstellerinnen und Darsteller. Was diese wiederum in ihrem Selbstvertrauen bestärkte, welches sie in hingebungsvolles Spiel steckten. Das Publikum dankte es ihnen mit regem Szenen- und üppigem Schlussapplaus.

Infos: Premiere von «Robin Hood» ist heute Abend, 19 Uhr, auf dem Gurten. Gespielt wird das Stück bis zum 27.April. Der Märchenweg ist eine Stunde vor Spielbeginn geöffnet. Vorverkauf unter: www.maerchenhaft.ch.

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